n8n vs Make: Der ehrliche Vergleich (2026)

SOLONAUT.AI · 29. August 2026
Wer 2026 anfängt, sein Business zu automatisieren, landet fast immer bei denselben zwei Namen. n8n vs Make ist die Entscheidung, die am Anfang steht — und die meisten treffen sie anhand der falschen Zahl. Sie vergleichen 9 Dollar mit 20 Euro, wählen das günstigere Tool und stellen drei Monate später fest, dass die Rechnung ganz anders aussieht. Dieser Vergleich dreht die Reihenfolge um: erst die Abrechnungslogik verstehen, dann den Preis anschauen. Dazu vier Punkte, die in deutschen Vergleichen fast nie vorkommen — die echten Preise hinter den beworbenen, die Lizenzgrenze von n8n, der ehrliche Blick auf „kostenlos“ und die Frage, wo deine Daten tatsächlich liegen.
Inhaltsverzeichnis
- Die kurze Antwort
- Was die beiden Tools überhaupt sind
- Der Unterschied, an dem alles hängt: Credits gegen Durchläufe
- Drei Rechenbeispiele aus dem Alltag
- n8n vs Make: Was die beiden 2026 wirklich kosten
- „Kostenlos“ bedeutet bei beiden etwas anderes
- Datenschutz: zwei europäische Tools, zwei verschiedene Antworten
- Die Lizenzgrenze bei n8n, die kaum jemand erwähnt
- 3.000 gegen 1.200 Integrationen ist kein fairer Vergleich
- Lernkurve und Fehlersuche im Alltag
- Welches Tool passt zu welcher Situation?
- Von Make zu n8n wechseln — wie schlimm ist das?
- Fazit
- FAQ
Die kurze Antwort
Die Entscheidung n8n vs Make lässt sich auf vier Sätze eindampfen:
- Nimm Make, wenn du gerade anfängst, deine Abläufe wenige Schritte haben und selten laufen — und wenn du für Automatisierung keine eigene Technik betreiben willst.
- Nimm n8n, wenn deine Abläufe viele Schritte haben, oft laufen oder große Datenmengen durchschieben — dort wird Make schnell teuer, n8n nicht.
- Nimm n8n selbst gehostet, wenn du Datenhoheit brauchst oder ohnehin einen kleinen Server oder Mini-Rechner betreibst.
- Finger weg von n8n selbst betrieben, wenn du fremde Kundendaten dauerhaft darauf laufen lassen willst — dafür braucht es eine kostenpflichtige Lizenz (dazu unten mehr).
Der Rest dieses Artikels erklärt, warum diese vier Sätze so lauten.
Was die beiden Tools überhaupt sind
Beide lösen dieselbe Aufgabe: Sie verbinden Programme miteinander, die von Haus aus nichts voneinander wissen. Ein Kontaktformular schickt eine Anfrage, das Tool trägt sie in eine Tabelle ein, schreibt eine Bestätigungsmail und legt einen Eintrag im Kalender an. Ohne dass du eine Zeile programmierst und ohne dass du selbst danebensitzt.
Make (früher Integromat) kommt aus Prag und gehört seit 2020 zum Konzern Celonis. Es ist ein reines Cloud-Produkt: Du meldest dich an, baust deine Abläufe („Szenarien“) im Browser zusammen, Make führt sie auf seinen Servern aus. Du kannst es nicht auf einem eigenen Server betreiben.
n8n kommt aus Berlin, von der n8n GmbH. Es gibt es in zwei Ausführungen: als fertigen Cloud-Dienst, bei dem n8n den Betrieb übernimmt, und als Version zum Selbstbetreiben auf einem eigenen Server. Die zweite ist der eigentliche Grund, warum n8n in Deutschland so oft empfohlen wird — und der Grund, warum die Preisdiskussion so unübersichtlich ist. Wie n8n grundsätzlich funktioniert, zeigt unsere n8n-Anleitung für Einsteiger Schritt für Schritt.
Ein Punkt vorweg, weil er oft falsch dargestellt wird: Das hier ist kein Vergleich zwischen einem europäischen und einem amerikanischen Anbieter. Beide Produkte haben europäische Wurzeln. Das unterscheidet diesen Vergleich von n8n gegen Zapier, wo genau dieser Gegensatz eine Rolle spielt.
Der Unterschied, an dem alles hängt: Credits gegen Durchläufe
Wenn du dir aus diesem Artikel nur eine Sache merkst, dann diese.
Make zählt jeden einzelnen Schritt. Jedes Modul, das in deinem Szenario etwas tut, kostet einen Credit. Ein Ablauf aus sechs Schritten, der 500-mal im Monat läuft, verbraucht also 6 × 500 = 3.000 Credits.
n8n zählt den ganzen Durchlauf. Egal ob dein Workflow aus drei oder dreißig Schritten besteht: Ein kompletter Lauf ist eine Ausführung. Derselbe Ablauf von oben kostet bei n8n 500 Ausführungen.
Das klingt nach einer Buchhaltungsfeinheit und ist in Wahrheit der Punkt, an dem sich die Kosten der beiden Tools um den Faktor fünf bis zwanzig unterscheiden können — in beide Richtungen.
Und es gibt einen Verstärker, der viele überrascht: Wenn ein Modul bei Make mehrere Datensätze auf einmal zurückgibt, laufen alle nachfolgenden Module einmal pro Datensatz. Eine Tabellenabfrage, die 200 Zeilen liefert, sorgt dafür, dass jeder Schritt danach 200-mal gezählt wird. Bei n8n verarbeitet ein Knoten alle 200 Zeilen innerhalb derselben einen Ausführung.
Das ist der Grund, warum die Aussage „Make ist günstiger, es fängt bei 9 Dollar an“ für sich genommen wertlos ist. Sie stimmt für manche Abläufe und ist für andere um ein Vielfaches daneben.
Drei Rechenbeispiele aus dem Alltag
Damit das greifbar wird, drei Abläufe, wie sie bei Selbstständigen und kleinen Betrieben tatsächlich vorkommen.
Beispiel 1 — Kontaktformular verarbeiten. Anfrage kommt rein, wird geprüft, landet in einer Tabelle, Kunde bekommt eine Bestätigungsmail. Vier Schritte, 100 Anfragen im Monat.
Beispiel 2 — Täglicher Abgleich. Einmal pro Nacht werden 200 Zeilen aus einer Tabelle gelesen, geprüft, ergänzt und weitergeschrieben. Drei Schritte nach der Abfrage, 30 Läufe im Monat.
Beispiel 3 — Wöchentlicher Versand. Ein Newsletter-Ablauf mit acht Schritten, der viermal im Monat läuft, plus ein Ablauf, der bei jeder Anmeldung mit sechs Schritten anspringt, 150 Anmeldungen im Monat.
| Ablauf | Verbrauch bei Make | Verbrauch bei n8n |
|---|---|---|
| 1 — Kontaktformular (4 Schritte × 100) | ca. 400 Credits | 100 Ausführungen |
| 2 — Täglicher Abgleich (200 Zeilen × 3 Schritte × 30) | ca. 18.000 Credits | 30 Ausführungen |
| 3 — Newsletter (8 × 4) + Anmeldungen (6 × 150) | ca. 932 Credits | 154 Ausführungen |
Beispiel 1 und 3 passen bei Make in den kostenlosen Tarif oder knapp darüber — bei n8n bräuchtest du dafür entweder einen bezahlten Cloud-Tarif oder einen eigenen Server. Hier gewinnt Make klar.
Beispiel 2 sprengt bei Make den 10.000er-Tarif, obwohl der Ablauf nur einmal pro Nacht läuft. Bei n8n sind es 30 Ausführungen im Monat, das merkt kein Tarif. Hier gewinnt n8n um Größenordnungen.
Die Faustregel, die sich daraus ergibt: Viele einfache Abläufe sprechen für Make. Wenige, aber datenlastige oder verschachtelte Abläufe sprechen für n8n. Nicht die Zahl auf der Preisseite entscheidet, sondern die Bauform deiner Automatisierung.
n8n vs Make: Was die beiden 2026 wirklich kosten
Hier wird es interessant, denn die Preise, mit denen beide Anbieter werben, sind nicht die Preise, die du zahlst, wenn du monatlich kündbar bleiben willst.
Make (Preise pro Monat, Stand August 2026):
| Tarif | bei jährlicher Zahlung | bei monatlicher Zahlung | Guthaben |
|---|---|---|---|
| Free | 0 $ | 0 $ | 1.000 Credits/Monat |
| Core | 9,00 $ | 10,59 $ | 10.000 Credits/Monat |
| Pro | 16,00 $ | 18,82 $ | 120.000 Credits/Jahr |
| Teams | 29,00 $ | 34,12 $ | 120.000 Credits/Jahr |
n8n Cloud: Starter 20 €/Monat (2.500 Ausführungen), Pro 50 €/Monat (10.000 Ausführungen) — beides ebenfalls bei jährlicher Zahlung; n8n beziffert den Jahresrabatt mit 17 %, monatlich landest du also bei rund 24 € beziehungsweise 59 €.
n8n selbst betrieben: keine Lizenzgebühr, unbegrenzte Ausführungen, du zahlst nur den Rechner, auf dem es läuft.
Vier Dinge dazu, die man leicht überliest:
Erstens werben beide mit dem Jahrespreis. Das ist kein Betrug, aber es verschiebt den Vergleich: Wer monatlich kündbar bleiben will, zahlt bei Make rund 18 % mehr als beworben, bei n8n rund 17 %. Aus „9 $ gegen 20 €“ wird dann „10,59 $ gegen etwa 24 €“.
Zweitens rechnet Make in Dollar ab, auch bei einem europäischen Konto. Dazu kommt der Wechselkurs, und die Umsatzsteuer wird gesondert ausgewiesen. Bei n8n stehen die Euro-Beträge direkt.
Drittens verfallen Credits bei Make monatlich. Im Core-Tarif steht das ausdrücklich dabei: nicht verbrauchtes Guthaben ist am Monatsende weg, es wird nichts angespart. Wer schwankende Monate hat, muss den Tarif also nach dem stärksten Monat wählen, nicht nach dem Durchschnitt. Interessante Ausnahme: Wer Pro oder Teams jährlich bezahlt, bekommt kein Monatskontingent, sondern ein Jahrespaket von 120.000 Credits, das sich über das Jahr ungleichmäßig verbrauchen lässt. Für saisonale Geschäfte ist das ein echtes Argument, und es steht auf keiner öffentlichen Vergleichsseite.
Viertens rechnen KI-Funktionen bei Make anders ab. Seit dem 27. August 2025 heißt die Abrechnungseinheit „Credits“ statt „Operations“. Für normale Module ändert das nichts, ein Schritt bleibt ein Credit. Für Makes eigene KI-Bausteine schon: Die verbrauchen je nach verarbeiteten Textmengen, Dateigrößen oder Seitenzahlen unterschiedlich viel, selbst geschriebener Code wird nach Laufzeit abgerechnet. Wer 2026 „irgendwas mit KI“ automatisiert, sollte das vorher wissen, weil sich die Kosten dadurch schlechter vorhersagen lassen als bei klassischen Abläufen. Bei n8n gibt es diesen Effekt nicht in derselben Form: Dort bindest du dein KI-Modell über einen eigenen Zugang ein und bekommst die Rechnung direkt vom Modellanbieter. Wie das praktisch aussieht, zeigen wir in ChatGPT in n8n einbinden. Seit September 2026 gibt es zusätzlich den n8n AI Assistant, der solche Workflows direkt aus einer Beschreibung baut – im n8n AI Assistant im Test steht, was er kann und wo er an seine Grenzen stößt.
Hinweis zu den Preisen: Stand 29. August 2026, direkt aus den Anbieteroberflächen. Beide ändern ihre Tarife regelmäßig — vor einer Entscheidung bitte kurz selbst nachsehen.
„Kostenlos“ bedeutet bei beiden etwas anderes
Hier hält sich ein Missverständnis hartnäckig: „n8n ist doch das kostenlose Tool.“ Das stimmt und stimmt gleichzeitig nicht.
Bei Make gibt es einen echten Gratis-Tarif, dauerhaft, ohne Zeitlimit: 1.000 Credits im Monat, zwei aktive Szenarien, frühestens alle 15 Minuten ein Durchlauf, fünf Minuten maximale Laufzeit je Durchlauf. Für die ersten Gehversuche und für kleine Abläufe reicht das erstaunlich weit.
Bei n8n gibt es in der Cloud keinen Gratis-Tarif mehr, nur noch eine Testphase. Kostenlos ist ausschließlich die Version zum Selbstbetreiben. Die ist dann tatsächlich unbegrenzt — keine Lizenzgebühr, keine Obergrenze bei den Ausführungen.
Was der Selbstbetrieb wirklich kostet, wird gern übertrieben. Im Netz kursieren Angaben von ein bis drei Stunden Pflege im Monat. Unsere eigene Erfahrung mit einer n8n-Installation auf einem Mini-Rechner im Heimnetz sieht anders aus: einmal im Monat ein Update einspielen, etwa fünf Minuten, sonst läuft es durch. Die Hardware kostet einmalig statt monatlich, Strom fällt kaum ins Gewicht. Wer einen kleinen Server mietet, liegt bei etwa fünf bis zehn Euro im Monat.
Der ehrliche Vorbehalt liegt woanders: nicht im laufenden Betrieb, sondern im Anfang und im Ausnahmefall. Die Ersteinrichtung kostet einen Nachmittag, und wenn doch einmal etwas klemmt, gibt es keine Hotline — du musst dir selbst helfen können oder jemanden fragen. Wer das zutraut, betreibt n8n dauerhaft praktisch umsonst. Wer beim Wort „Update“ schon unwohl wird, ist in der Cloud besser aufgehoben, bei welchem der beiden Anbieter auch immer.
Die Zusammenfassung: Zum Ausprobieren ohne Kosten und ohne Technik ist ausgerechnet Make der einfachere Weg. Dauerhaft kostenlos und ohne Mengenbegrenzung ist nur selbst betriebenes n8n.
Datenschutz: zwei europäische Tools, zwei verschiedene Antworten
Für Betriebe in Deutschland ist das oft die Frage, die den Ausschlag gibt. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung, sondern eine Einordnung der öffentlich einsehbaren Angaben. Bei konkreten Fragen zu deinem Betrieb wende dich an eine Datenschutzberatung.
n8n ist eine deutsche GmbH mit Sitz in Berlin. Für die Cloud-Version liegen die Server nach Anbieterangaben in der EU, ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO lässt sich abschließen, eine Liste der Unterauftragnehmer ist öffentlich. Betreibst du n8n selbst, verlässt gar nichts deinen Server — der Anbieter ist dann datenschutzrechtlich schlicht nicht beteiligt. Das ist der Punkt, an dem n8n schwer zu schlagen ist.
Make ist zwar in Prag entstanden, wird aber rechtlich über den Celonis-Konzern betrieben, auf dessen Seiten die US-Gesellschaft als Betreiberin auftritt. Für Datenübermittlungen in die USA beruft sich Celonis auf das EU-US Data Privacy Framework und Standardvertragsklauseln. Make bietet europäische Zonen an — sichtbar an der Adresse, unter der dein Konto läuft, etwa eu1.make.com oder eu2.make.com. Welche Zone du bekommst, entscheidet sich bei der Anmeldung. Nachträglich zu wechseln ist möglich, läuft aber über den Support und bedeutet, Szenarien und Verbindungen neu einzurichten.
Praktische Konsequenz: Wenn du Make nutzt und Wert auf europäische Datenhaltung legst, schau direkt nach der Anmeldung in die Adresszeile, in welcher Zone dein Konto gelandet ist, und schließe den Auftragsverarbeitungsvertrag ab, bevor echte Kundendaten durchlaufen. Das nachträglich zu reparieren ist deutlich unangenehmer, als es einmal richtig anzufangen. Welche Kriterien bei der Toolauswahl sonst noch zählen, haben wir in Welche KI-Tools darf ein deutsches Unternehmen einsetzen? zusammengestellt.
Die Lizenzgrenze bei n8n, die kaum jemand erwähnt
Das ist der Punkt, der in deutschen Vergleichen praktisch immer fehlt — und ausgerechnet für Selbstständige und kleine Agenturen der wichtigste.
n8n steht nicht unter einer klassischen Open-Source-Lizenz, sondern unter der sogenannten Sustainable Use License. Vereinfacht gesagt erlaubt sie die Nutzung für eigene betriebliche Zwecke und die kostenlose, nicht-kommerzielle Weitergabe. Was daraus praktisch folgt:
Erlaubt ohne Zusatzlizenz:
- n8n auf dem eigenen Server für den eigenen Betrieb nutzen, in beliebigem Umfang
- Beratung und Dienstleistung rund um n8n anbieten
- für einen Kunden Workflows bauen und sie auf dessen eigener Instanz einrichten
Nicht erlaubt ohne kostenpflichtige Lizenz:
- Workflows und Zugangsdaten deiner Kunden dauerhaft auf deiner Instanz betreiben
- n8n in ein eigenes Produkt einbauen, das deine Kunden bedienen
- n8n unter eigenem Namen als Dienst anbieten
Der Unterschied zwischen „ich richte es beim Kunden ein“ und „es läuft bei mir für den Kunden“ entscheidet also darüber, ob du eine Lizenz brauchst. Wer aus Automatisierung ein kleines Nebengeschäft machen will, stolpert genau hier hinein, meist ohne es zu merken.
Bei Make stellt sich diese Frage nicht. Es ist ein Abo-Dienst, du bezahlst und nutzt ihn — Weiterverkauf und Kundenbetreuung regeln die Nutzungsbedingungen, aber es gibt keine Lizenzschwelle, die man versehentlich überschreitet.
3.000 gegen 1.200 Integrationen ist kein fairer Vergleich
Make wirbt mit über 3.000 Anbindungen, n8n je nach Zählweise mit rund 1.200 bis 2.000. Diese Zahlen kann man nicht direkt gegeneinanderstellen, weil beide anders zählen: Bei Make wird tendenziell jede einzelne Aktion und jeder Auslöser eines Programms mitgezählt, bei n8n steht ein Baustein für ein Programm mitsamt allen seinen Funktionen.
Wichtiger als die Zahl sind zwei praktische Punkte:
n8n hat einen Baustein für beliebige Schnittstellen. Wenn ein Dienst keinen fertigen Baustein hat, aber eine offene Schnittstelle anbietet, bindest du ihn trotzdem an. Damit ist die Liste der unterstützten Programme faktisch offen — allerdings mit mehr Aufwand als bei einem fertigen Baustein.
Make hat für Standard-Werkzeuge oft die rundere Anbindung. Gerade bei den verbreiteten Marketing- und Vertriebswerkzeugen sind die Module tiefer ausgebaut und mit weniger Nacharbeit einsatzbereit.
Die ehrliche Antwort lautet deshalb: Prüfe vor der Entscheidung die drei bis fünf Programme, die du tatsächlich verbinden willst. Diese konkrete Prüfung sagt mehr aus als jede Gesamtzahl.
Lernkurve und Fehlersuche im Alltag
Make ist die freundlichere Oberfläche. Der Aufbau ist bewusst bildhaft: Bausteine hängen als Kette hintereinander, man sieht die Daten durchfließen, Fehlerbehandlung wird als sichtbarer Zweig angehängt. Wer noch nie automatisiert hat, kommt hier schneller zu einem funktionierenden Ergebnis.
n8n verlangt mehr, gibt dafür mehr her. Du siehst zu jedem Schritt die tatsächlichen Rohdaten und kannst an jeder Stelle nachschauen, was genau angekommen ist. Für die Fehlersuche ist das Gold wert, sobald ein Ablauf komplizierter wird. Der Einstieg dauert dafür länger, und man sollte keine Angst davor haben, sich Datenstrukturen anzusehen.
Für unsere Zielgruppe heißt das meistens: Die ersten zwei, drei Automatisierungen fühlen sich bei Make besser an. Ab dem Punkt, an dem etwas nachts stillschweigend nicht mehr läuft und man herausfinden muss, warum, dreht sich der Vorteil.
Welches Tool passt zu welcher Situation?
Die Frage n8n vs Make beantwortet sich am ehrlichsten über deine konkrete Lage, nicht über eine Featureliste:
| Deine Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Erste Automatisierung überhaupt, kein Budget | Make, Gratis-Tarif |
| Wenige Abläufe, wenige Schritte, unregelmäßig | Make, Core-Tarif |
| Datenlastige Abläufe, viele Zeilen pro Lauf | n8n |
| Viele Durchläufe pro Monat | n8n |
| Stark schwankende Monate | Make Pro/Teams jährlich (Jahrespaket) oder n8n |
| Personenbezogene Daten, hoher Datenschutzanspruch | n8n selbst betrieben |
| Kein Interesse an Servertechnik | Make oder n8n Cloud |
| Automatisierung als Dienstleistung für Kunden | Make, oder n8n mit passender Lizenz |
| Du hast ohnehin einen Server oder Mini-Rechner | n8n selbst betrieben |
Von Make zu n8n wechseln — wie schlimm ist das?
Weniger schlimm, als viele befürchten, aber auch keine Ein-Klick-Sache. Die Denkweise ist bei beiden ähnlich: Auslöser, Schritte, Verzweigungen, Bedingungen. Was du in Make gebaut hast, lässt sich in n8n gedanklich eins zu eins nachbauen.
Nicht übertragbar sind die Verbindungen zu deinen Konten — die musst du in jedem Fall neu einrichten — und alles, was du in der Formelsprache des jeweiligen Tools geschrieben hast. Rechne bei einem mittelgroßen Ablauf mit einem halben bis ganzen Arbeitstag.
Der häufigste Weg in der Praxis ist übrigens: mit Make anfangen, weil es schneller Ergebnisse liefert, und später einzelne teure Abläufe nach n8n umziehen. Das ist kein Scheitern, sondern eine völlig vernünftige Reihenfolge.
Fazit
Bei n8n vs Make gibt es keinen Sieger, es gibt eine Passung. Make rechnet pro Schritt ab und ist damit günstig, solange deine Abläufe kurz sind und selten laufen. n8n rechnet pro Durchlauf ab und wird umso stärker, je mehr in einem einzelnen Ablauf passiert.
Wenn du dich nicht entscheiden kannst, ist die pragmatische Reihenfolge: Fang mit dem kostenlosen Make-Tarif* an und baue deine ersten beiden Automatisierungen. Du lernst dabei, wie du überhaupt denkst, wenn du Abläufe automatisierst — und diese Denkweise nimmst du mit, egal wo du landest. Sobald ein Ablauf teuer wird oder personenbezogene Daten ins Spiel kommen, schaust du dir n8n* an.
* Werbung: Provision für mich, keine Mehrkosten für dich. Über den Make-Link bekommst du zusätzlich einen Monat Core-Tarif gratis (10.000 Credits). An der Einschätzung oben ändert das nichts.
Wer lieber mit einer fertigen Vorlage startet statt mit einem leeren Bildschirm, findet in unseren n8n-Vorlagen einsatzfertige Abläufe für die häufigsten Aufgaben.
Wie sich n8n und Make in den größeren Werkzeugkasten eines Solopreneurs einordnen, zeigt die KI-Tools Übersicht.
📍 Wo stehst du im KI-Fahrplan? Dieses Thema gilt für den kompletten KI-Fahrplan – in jeder der sechs Etappen.
FAQ
Ist n8n günstiger als Make?
Es kommt auf die Bauform deiner Abläufe an. Make zählt jeden Schritt, n8n den ganzen Durchlauf. Bei kurzen, seltenen Abläufen ist Make günstiger, bei langen oder datenlastigen Abläufen ist n8n oft um ein Vielfaches günstiger. Der Vergleich der Einstiegspreise allein führt in die Irre.
Make vs n8n — welches Tool ist besser?
Keines von beiden pauschal. Make ist besser für den Einstieg, für kurze Abläufe und für alle, die keine eigene Technik betreiben wollen. n8n ist besser bei datenlastigen oder häufig laufenden Abläufen, bei hohem Datenschutzanspruch und wenn du die laufenden Kosten dauerhaft klein halten willst. Die Antwort hängt an der Bauform deiner Automatisierung, nicht am Tool an sich.
Was kostet Make wirklich pro Monat?
Beworben werden 9 $ für den Core-Tarif, das ist der Preis bei jährlicher Zahlung. Monatlich kündbar kostet derselbe Tarif 10,59 $, Pro 18,82 $ statt 16 $ und Teams 34,12 $ statt 29 $. Abgerechnet wird in Dollar, auch bei einem europäischen Konto.
Verfallen bei Make ungenutzte Credits?
Ja. Im Core-Tarif ist das Guthaben am Monatsende weg, es wird nichts angespart. Wer Pro oder Teams jährlich bezahlt, bekommt stattdessen ein Jahrespaket von 120.000 Credits, das sich über das Jahr flexibel verbrauchen lässt.
Kann ich Make selbst hosten?
Nein. Make ist ausschließlich ein Cloud-Dienst. Wenn Selbstbetrieb für dich Bedingung ist, bleibt nur n8n.
Hat n8n noch einen kostenlosen Tarif?
In der Cloud nicht mehr, dort gibt es nur eine Testphase. Kostenlos ist die selbst betriebene Version, und die dauerhaft und ohne Mengenbegrenzung.
Wie viel Arbeit macht selbst betriebenes n8n wirklich?
Weniger, als oft behauptet wird. Nach der Ersteinrichtung reicht in der Praxis ein Update im Monat, das wenige Minuten dauert. Der eigentliche Aufwand liegt am Anfang und in dem Vorsatz, dir bei einer Störung selbst helfen zu können.
Darf ich mit n8n Automatisierungen für Kunden bauen?
Ja. Beratung und der Aufbau von Workflows sind ausdrücklich erlaubt, solange die Workflows auf der Instanz deines Kunden laufen. Sobald du Workflows und Zugangsdaten deiner Kunden dauerhaft auf deiner eigenen Instanz betreibst, brauchst du eine kostenpflichtige Lizenz.
Welches Tool ist DSGVO-konform?
Beide lassen sich datenschutzkonform einsetzen, mit unterschiedlichem Aufwand. n8n ist ein deutsches Unternehmen mit EU-Servern und Auftragsverarbeitungsvertrag; selbst betrieben bleiben die Daten vollständig bei dir. Make lässt sich in einer europäischen Zone betreiben, wird aber konzernrechtlich über eine US-Gesellschaft geführt, die sich auf Standardvertragsklauseln und das Data Privacy Framework stützt. Das ist keine Rechtsberatung — im Zweifel prüfe es für deinen konkreten Fall.
Kann ich Szenarien von Make nach n8n übertragen?
Nicht automatisch. Die Logik lässt sich gut nachbauen, Verbindungen und toolspezifische Formeln musst du neu anlegen. Für einen mittelgroßen Ablauf solltest du einen halben bis ganzen Arbeitstag einplanen.
