KI-Telefonassistent im Vergleich: 5 Anbieter, echte Kosten, Rechtslage (2026)

KI Telefonassistent nimmt den Anruf an, während du im Videocall sitzt: klingelndes Handy neben einem Laptop

SOLONAUT.AI · 10. Oktober 2026

Ein KI Telefonassistent nimmt Anrufe an, wenn du nicht kannst. Er begrüßt den Anrufer, fragt nach dem Anliegen, notiert Name und Rückrufnummer und trägt auf Wunsch einen Termin in deinen Kalender ein. Danach bekommst du eine kurze Zusammenfassung per Mail. Anders als die Mailbox stellt er Rückfragen, und anders als ein Telefonservice mit echten Menschen kostet er je nach Anbieter nichts oder einen festen Monatsbetrag.

Ich kenne die Situation, für die so ein Assistent gebaut ist, aus meinem eigenen Alltag. Ich sitze in einer Videokonferenz über Teams, und auf dem Handy daneben ruft jemand an. Abheben geht nicht, und längst nicht jeder, der auf der Mailbox landet, spricht etwas drauf. Ob du einen KI-Telefonassistenten brauchst, hängt davon ab, wie oft dir das passiert und was ein verpasster Anruf wert ist. Das rechnen wir zuerst durch, danach vergleichen wir fünf Anbieter mit ihren echten Kosten bei 20, 40 und 60 Anrufen im Monat.

Brauche ich einen KI Telefonassistenten?

Drei Fragen helfen bei der Entscheidung:

  1. Wie oft kannst du nicht abheben? Zähl eine Woche lang die Anrufe in Abwesenheit. Bei zwei oder drei pro Woche reicht oft eine gute Mailbox-Ansage mit festen Rückrufzeiten.
  2. Wer ruft an? Wenn es vor allem Bestandskunden sind, die sowieso zurückrufen, bringt ein Assistent wenig. Ruft dagegen öfter jemand zum ersten Mal an, etwa nach einer Empfehlung oder über dein Google-Profil, entscheidet die erste Minute, ob er es beim Nächsten auf der Liste versucht.
  3. Was bringt ein neuer Kunde? Ein Beispiel: Wird aus einem von zehn Erstanrufen ein Auftrag über 1.500 €, ist jeder verpasste Erstanruf im Schnitt 150 € wert. Dagegen stehen Kosten zwischen 0 und 119 € im Monat.

Zeit sparst du als Einzelunternehmer dagegen kaum. Eine Rechnung aus dem Mittelstand kommt bei 200 Anrufen im Monat auf rund acht eingesparte Stunden.[1] Bei 30 Anrufen sind es Minuten. Der Nutzen liegt woanders: Kein Interessent hängt in der Mailbox fest, und du rufst mit Namen und Anliegen zurück statt mit „Sie hatten angerufen?“.

Was ein KI-Telefonassistent kann und was nicht

Gut funktioniert alles, was sich in ein paar Fragen fassen lässt: Anliegen aufnehmen, Kontaktdaten erfragen, Fragen aus deiner Website oder einem Infodokument beantworten (Preise, Ablauf, Anfahrt), einen freien Termin vorschlagen und eintragen, dringende Anrufe an dein Handy weiterleiten.

Schwierig wird es bei Namen, die buchstabiert werden müssen, bei starkem Dialekt und bei allem, was eilig oder emotional ist. Die britische Beraterin Lilach Bullock hat einen KI-Telefonassistenten 30 Tage bei einem Heizungsbetrieb laufen lassen: Von 214 Anrufen wurden 89 zu brauchbaren Anfragen, 41 Anrufer (19 %) legten innerhalb von zehn Sekunden auf. Routinefragen liefen gut, bei dringenden Fällen und verunsicherten Anrufern dagegen schlecht.[2] Für einen Coach heißt das: Eine Klientin in einer akuten Krise gehört nicht in die Hände der KI. Leg für solche Fälle eine Weiterleitung oder einen klaren Satz fest („Bei dringenden Anliegen schreib bitte eine SMS an …“).

So arbeitet ein KI-Telefonassistent: Anruf, Begrüßung mit KI-Hinweis, Anliegen aufnehmen, Termin oder Notiz, Zusammenfassung per Mail, Rückruf
➕ Zum Aufklappen klicken: Wie ein KI-Telefonassistent technisch funktioniert

Im Hintergrund arbeiten vier Bausteine zusammen: Die Spracherkennung macht aus dem Gesagten Text, ein Sprachmodell versteht das Anliegen und formuliert die Antwort, die Sprachsynthese liest sie mit einer natürlichen Stimme vor, und Schnittstellen verbinden das Ganze mit Kalender, E-Mail oder Kundenliste. Diese Anbindung ist der eigentliche Unterschied zum Anrufbeantworter.[3] Wie natürlich sich ein Gespräch anfühlt, hängt vor allem an der Verzögerung zwischen deinem letzten Wort und der Antwort und daran, ob die KI merkt, wann du fertig bist. fonio-Gründer Daniel Keinrath nennt in einem Interview eine Antwortzeit unter 800 Millisekunden als Ziel.[4]

Für den Datenschutz heißt das: Jeder der vier Bausteine kann bei einem anderen Dienstleister laufen. Es kommt also darauf an, wo jeder einzelne verarbeitet wird, nicht nur, wo „die Server“ stehen.[5] Was die fünf Anbieter dazu angeben, steht weiter unten im Abschnitt zu Datenschutz und Vertrag.

Reicht nicht die kostenlose Anrufprüfung im iPhone?

Vielleicht kennst du das von der anderen Seite: Du rufst jemanden an, und eine Computerstimme fragt nach deinem Namen und deinem Anliegen. Das ist meist die Funktion „Unbekannte Anrufer überprüfen“ aus iOS 26. Sie ist in Deutschland verfügbar und kostet nichts. Bei Nummern, die nicht im Adressbuch stehen, fragt das iPhone nach Name und Grund des Anrufs und zeigt die Antwort als Text an. Erst dann klingelt es, und du entscheidest, ob du rangehst.[20] Du findest sie unter Einstellungen > Apps > Telefon > Unbekannte Anrufer überprüfen > „Nach Grund des Anrufs fragen“. Google-Pixel-Handys haben mit dem Anrufassistenten eine ähnliche Funktion.[21]

Gegen Werbeanrufe hilft das gut. Wenn du im Termin sitzt, hilft es dir kaum, denn die Anrufprüfung ist ein Türsteher und kein Assistent. Wer seinen Namen genannt hat, landet trotzdem bei dir, und wenn du nicht abhebst, auf der Mailbox. Fragen beantwortet sie nicht, Termine bucht sie nicht, und Kontakte aus deinem Adressbuch prüft sie gar nicht.

iPhone-AnrufprüfungKI-Telefonassistent
Kostenkostenlos0 bis 119 € im Monat
Welche Anrufe?nur unbekannte Nummernalle Anrufe, die du umleitest
Wenn du nicht abhebstMailboxnimmt das Anliegen auf, bucht Termine
Was du bekommstText auf dem DisplayZusammenfassung per Mail

Ein Wort zu den Netzbetreibern: Die Telekom hat im März 2026 den „Magenta AI Call Assistant“ angekündigt. Er hilft während eines laufenden Gesprächs, etwa mit Übersetzung oder einer Zusammenfassung, nimmt aber keine Anrufe für dich an. Start und Preis standen Anfang Oktober 2026 noch nicht fest.[22]

Die 5 Anbieter im Vergleich

Im Vergleich sind Anbieter mit deutscher Stimme und deutscher Rufnummer, die eine einzelne Person ohne Einrichtungsprojekt nutzen kann. Lösungen für Arztpraxen (VITAS, Aaron.ai) und reine Callcenter-Software sind nicht dabei. Die Preise stammen von den Preisseiten der Anbieter, Stand 9. Oktober 2026. fonio, sipgate und Famulor nennen Nettopreise, IONOS Bruttopreise. Bei Placetel ist es nicht angegeben. Die Preise lassen sich deshalb nur grob nebeneinanderlegen: Als Selbstständiger mit Umsatzsteuer holst du dir die Mehrwertsteuer über die Vorsteuer zurück, als Kleinunternehmer nicht.

fonio: der bekannteste Name

fonio aus Österreich taucht in der KI-Übersicht von Google zum Suchbegriff auf und hat auf OMR Reviews 4,8 von 5 Sternen bei über 300 Bewertungen.[6] Der Tarif Solo kostet 99 € netto im Monat bei jährlicher Zahlung oder 119 € netto bei monatlicher Zahlung. Enthalten sind 1.000 Minuten, eine Rufnummer, Kalenderanbindung mit Terminbuchung, Weiterleitung an dich, wenn die KI nicht weiterkommt, Gesprächsaufzeichnung und über 120 Stimmen. Jede weitere 100 Minuten kosten 15 €. Eine kostenlose Testphase gibt es nicht, dafür eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie und eine Demo, in der du einen Assistenten aus deiner Website erstellen lässt und selbst anrufst.[7]

In den Nutzerbewertungen loben viele die Stimme und die schnelle Einrichtung. Kritik gibt es an der Namenserkennung und an Dialekten.[6]

Passt, wenn du regelmäßig Anrufe verpasst, Termine direkt buchen lassen willst und dir eine natürliche Stimme den Aufpreis wert ist.

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sipgate sona: der kostenlose Einstieg

sipgate aus Düsseldorf kennen viele als Telefonanbieter. Ende September 2026 hat sipgate seinen KI-Telefonassistenten sona um einen dauerhaft kostenlosen Tarif erweitert.[8] Free enthält 500 Minuten im Monat, Terminvereinbarung, Datenerfassung und Weiterleitung, allerdings nur eine Sprache, eine Stimme, drei Gesprächsabläufe („Playbooks“) und einen Anruf gleichzeitig. Eine eigene Rufnummer ist im kostenlosen Tarif enthalten.[9] Eine Unstimmigkeit solltest du kennen: Die Leistungsbeschreibung vom 21. September spricht noch von einer siebentägigen Testphase, die Produktseite und der Blogbeitrag vom 29. September von einem dauerhaft kostenlosen Tarif. Das Dokument stammt aus der Zeit vor der Ankündigung. Schau beim Anlegen trotzdem in die Vertragsunterlagen, ob dort „Free“ steht. Der Tarif Starter für 69,95 € zuzüglich Mehrwertsteuer bringt 1.000 Minuten und die Anbindung an Kundenverwaltung und Shop. Zusätzliche Minuten kosten 0,12 € netto. Die Sprachmodelle betreibt sipgate nach eigenen Angaben selbst in deutschen Rechenzentren.[9] Für Spracherkennung und Stimmen nennt die Liste der Unterauftragnehmer zusätzlich ElevenLabs aus den USA (Details im Abschnitt Datenschutz).[28]

Passt, wenn du erst einmal ausprobieren willst, ob deine Anrufer mit einer KI sprechen. Bei 20 bis 60 Anrufen im Monat reicht Free locker.

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IONOS: Abrechnung pro Anruf

IONOS rechnet nicht nach Minuten ab, sondern nach Anrufen. Flex kostet 39 € im Monat für 30 Anrufe, jeder weitere 0,49 €. Flex Pro kostet 69 € für 100 Anrufe, All-Flat Advanced 99 € für beliebig viele. Die Terminbuchung im Kalender nennt IONOS ausdrücklich beim höchsten Tarif. Alle Tarife sind monatlich kündbar, der erste Monat ist kostenlos.[10]

Gut geeignet, wenn du deine Website schon bei IONOS hast und lieber pro Gespräch planst. Lange Gespräche kosten hier nicht mehr als kurze.

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Famulor: zahlen nur bei Nutzung

Famulor bietet einen Prepaid-Tarif ohne Grundgebühr: 0,15 € pro Minute, dazu 2,50 € im Monat für eine deutsche Rufnummer und einmalig 5,99 € Einrichtung (alle Preise netto). Wer mehr telefoniert, nimmt den Tarif Plus für 35 € im Monat (27 € bei jährlicher Zahlung) mit 100 Minuten.[11] Famulor verarbeitet die Daten nach eigenen Angaben in Frankfurt und stellt den Vertrag zur Auftragsverarbeitung im Kundenkonto bereit.[12]

Sinnvoll, wenn deine Anrufzahl stark schwankt und du keine feste Monatsgebühr willst.

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Placetel: wenn du ohnehin eine Telefonanlage brauchst

Placetel verkauft den KI-Assistenten als Ergänzung zur Cloud-Telefonanlage. Der Einstieg Grow kostet 69 € bei 24 Monaten Laufzeit oder 79 € bei monatlicher Kündigung, mit 750 Minuten und 9 € im Monat für die KI-Rufnummer. Du kannst Placetel zehn Tage mit 50 Freiminuten testen.[13] Mit KI-Rufnummer sind das 78 bis 88 € im Monat, also mehr als bei sipgate, Famulor und IONOS Flex. Interessant wird es, wenn du sowieso eine Telefonanlage mit mehreren Nummern brauchst.

Übersicht

AnbieterPreis und AbrechnungPasst, wenn
fonio Solo99 € (jährlich) oder 119 € (monatlich), netto, 1.000 Min.du Termine direkt buchen lassen willst
sipgate sona Free0 €, 500 Min.du erst testen willst
IONOS Flex39 € für 30 Anrufe, dann 0,49 € je Anrufdu pro Gespräch rechnen willst
Famulor Prepaid0,15 €/Min. + 2,50 € Nummer (netto)deine Anrufzahl schwankt
Placetel Grow69 € (24 Monate) oder 79 €, 750 Min.du auch eine Telefonanlage brauchst

Was kostet ein KI-Telefonassistent? Rechnung für 20, 40 und 60 Anrufe

Die Anbieter rechnen in verschiedenen Einheiten ab: pro Minute, pro Anruf oder als Paket. Vergleichbar wird das erst mit einer konkreten Anrufzahl.[14] Unsere Annahme: Ein Anruf dauert im Schnitt drei Minuten, 20 Anrufe sind also 60 Minuten im Monat.

AnbieterKosten bei 20 · 40 · 60 Anrufen im Monat
sipgate sona Free0 € · 0 € · 0 €
Famulor Prepaid11,50 € · 20,50 € · 29,50 € (netto)
IONOS Flex39 € · 43,90 € · 53,70 €
fonio Solo99 € (jährlich) oder 119 € (monatlich) netto, gleich bei allen drei

fonio und sipgate bleiben gleich, weil ihre Minutenpakete erst ab gut 300 (fonio) beziehungsweise 160 Anrufen (sipgate Free) im Monat knapp werden.

Drei Dinge verschieben die Rechnung:

  • Jahresbindung: fonio kostet 99 € nur bei jährlicher Abrechnung, das sind 1.188 € netto im Jahr. Monatlich sind es 119 € netto. Placetel wirbt mit 69 € für 24 Monate.
  • Rufnummer: Bei Famulor kostet sie 2,50 € im Monat, bei Placetel 9 €, bei fonio ist eine dabei, jede weitere 9 €.
  • Rufumleitung: Die Weiterleitung von deiner Nummer zum Assistenten kann je nach Telefontarif extra kosten (siehe nächster Abschnitt).

Für die meisten Einzelunternehmer ist die günstigste Lösung auch die richtige für den Anfang: sipgate sona Free einrichten, zwei Wochen laufen lassen und die Zusammenfassungen lesen. Wenn dich dann die Stimme oder die Terminbuchung nicht überzeugt, wechselst du zu fonio. Wer von Anfang an Wert auf die natürlichste Stimme legt, startet direkt mit der fonio-Demo.

Bestehende Nummer behalten: So kommen die Anrufe beim Assistenten an

Deine Kunden wählen weiter deine gewohnte Nummer. Der Assistent bekommt beim Anbieter eine eigene Rufnummer, und du leitest Anrufe dorthin um, wenn du nicht rangehst. Eine neue Nummer musst du nirgends veröffentlichen.

Vom Handy: Das geht bei allen fünf Anbietern. Du tippst in der Telefon-App einen Code ein, statt „Nummer“ die Rufnummer des Assistenten, und drückst die Anruftaste.

CodeWirkung
**61*Nummer**20#Umleitung, wenn du nach 20 Sekunden nicht abgehoben hast
**67*Nummer#Umleitung, wenn du gerade telefonierst
**62*Nummer#Umleitung, wenn dein Handy aus ist oder kein Netz hat
##61#, ##67#, ##62#Umleitung wieder ausschalten

Bei manchen Mobilfunkanbietern richtest du die Umleitung stattdessen in deren App oder im Kundenportal ein. Das Menü im iPhone (Einstellungen > Apps > Telefon > Rufumleitung) kennt nur die Umleitung aller Anrufe, für „bei keiner Antwort“ brauchst du den Code.[23]

Vom Festnetz: Hier richtest du die Umleitung im Kundenportal deines Anbieters oder im Router ein, bei einer FRITZ!Box unter Telefonie > Rufbehandlung > Rufumleitung.[24] Bei manchen Routern kommt beim Assistenten dann deine eigene Nummer an statt der des Anrufers. fonio empfiehlt für diesen Fall eine direkte Anbindung per SIP.[23] Ruf nach der Einrichtung von einem anderen Handy an und schau, welche Nummer in der Zusammenfassung steht.

Nummer umziehen oder Telefonanlage anbinden: sipgate übernimmt bestehende Nummern auf Wunsch ganz, das dauert laut sipgate meist ein bis zwei Wochen.[25] Bei fonio geht das nicht.[23] Famulor und Placetel (ab dem Tarif Professional) binden eine bestehende Telefonanlage per SIP-Trunk an, die Nummer bleibt dann bei deinem bisherigen Anbieter.[26] Für Einzelunternehmer ist die Rufumleitung der einfachste Weg.

Was die Umleitung kostet: Der Anrufer zahlt nur seinen normalen Anruf bei dir. Die Weiterleitung zum Assistenten zahlst du für die Dauer des Gesprächs, wie einen Anruf zur Nummer des Assistenten. Mit einer Flatrate ins deutsche Netz ist das meist enthalten. Wie es in deinem Tarif aussieht, steht in der Preisliste unter „Rufumleitung“.

Mein Testanruf bei fonio

Ich habe in der fonio-Demo einen Assistenten angelegt und ihn als Interessent angerufen. Die Stimme klang natürlich und antwortete ohne merkliche Pause. Auf meinen Wunsch nach einem Termin „morgen“ fragte sie nach der Uhrzeit, konnte den Termin aber nicht bestätigen, weil in der Demo kein Kalender verbunden war. Stattdessen fragte sie, ob sie sonst noch helfen kann. Ich habe meinen Namen hinterlassen, „Matze Müller“, und ihn mir zur Kontrolle buchstabieren lassen. Das hat gestimmt. Zum Schluss wollte ich einen Witz hören. Sie hat prompt einen erzählt, wenn auch einen eher flachen. Insgesamt war das Gespräch völlig in Ordnung, und ein Anrufer hätte sein Anliegen ohne Umwege losbekommen.

Bevor du einen Anbieter bezahlst, mach denselben Test mit deinem eigenen Assistenten. Diese fünf Sätze zeigen schnell, wo es hakt:

  1. „Ich hätte gern einen Termin nächste Woche, am liebsten nachmittags.“ (Bucht er oder notiert er nur?)
  2. Deinen Nachnamen sagen und buchstabieren lassen. (Stimmt die Schreibweise in der Zusammenfassung?)
  3. Mitten in der Antwort der KI dazwischenreden. (Hört sie auf zu sprechen?)
  4. „Was kostet ein Erstgespräch bei Ihnen?“ (Antwortet sie aus deinen Unterlagen oder erfindet sie etwas?)
  5. „Ich muss dringend mit Frau Muster sprechen, es ist ein Notfall.“ (Leitet sie weiter oder sagt sie, was zu tun ist?)

Ruf ruhig zwei-, dreimal mit verschiedenen Anliegen an und lies danach die Zusammenfassungen. Dort siehst du, was bei dir ankommt, wenn du im Termin sitzt.

Rechtslage: Was du beim KI-Telefonassistenten beachten musst

Drei Regeln betreffen dich, wenn eine KI für dich telefoniert. Kein Ersatz für eine Rechtsberatung, sondern eine Übersicht nach den unten genannten Quellen.

1. Der Anrufer muss wissen, dass er mit einer KI spricht. Seit dem 2. August 2026 gilt Artikel 50 der EU-KI-Verordnung. Er verpflichtet die Anbieter, ihre Systeme so zu bauen, dass Menschen erfahren, dass sie mit einer KI sprechen, außer es ist ohnehin offensichtlich.[15] Die im Juli 2026 beschlossene Änderung der Verordnung („Digital Omnibus“, VO (EU) 2026/1744) verschiebt diese Pflicht nicht.[16] Die Pflicht liegt also bei fonio, sipgate und Co. Weil du die Begrüßung aber selbst schreibst, prüf, dass der Hinweis drinsteht.

2. Aufzeichnen nur mit Einwilligung. Wer ein nicht öffentlich gesprochenes Wort ohne Erlaubnis aufnimmt, macht sich nach § 201 StGB strafbar. Die IT-Recht Kanzlei empfiehlt deshalb, zu Beginn anzusagen, dass eine KI spricht und ob aufgezeichnet wird, und vor einer Aufzeichnung die ausdrückliche Zustimmung einzuholen.[17] Die Datenschutzkonferenz verlangt dafür ein klares Ja des Anrufers, das du dokumentieren kannst.[18] Am einfachsten startest du ohne Aufzeichnung und lässt dir nur die Zusammenfassung schicken. Ob das bei deinem Anbieter geht, siehst du in den Einstellungen.

3. Vertrag zur Auftragsverarbeitung abschließen. Name, Telefonnummer und Anliegen des Anrufers sind personenbezogene Daten, die der Anbieter für dich verarbeitet. Dafür brauchst du einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV) nach Art. 28 DSGVO. Die Anbieter stellen ihn meist im Kundenkonto bereit. Ergänze außerdem in deiner Datenschutzerklärung einen Absatz zum Telefonassistenten. Mehr zur Auswahl datenschutzkonformer Werkzeuge steht in unserem Artikel Welche KI-Tools darf ein deutsches Unternehmen einsetzen?.

Eine Ansage, bei der niemand auflegt

In einem US-Forum für Dienstleister klagen Nutzer, dass Anrufer sofort auflegen, sobald sie das Wort „KI“ hören. Der Rat dort: den Hinweis einfach weglassen.[19] In der EU ist das keine Option. Was hilft, ist eine Ansage, die den KI-Hinweis mit einem Nutzen verbindet, damit der Anrufer weiß, warum er dranbleiben soll:

„Hallo, hier ist der digitale Assistent von Anna Beispiel. Ich bin eine KI. Anna ist gerade im Termin. Ich nehme dein Anliegen auf, und sie ruft dich heute noch zurück. Das Gespräch wird nicht aufgezeichnet. Worum geht es?“

Wenn du aufzeichnen willst, ersetzt du den vorletzten Satz durch: „Darf ich das Gespräch aufzeichnen, damit Anna nichts verpasst?“ Sagt der Anrufer nein, muss die Aufzeichnung aus bleiben. Ob du duzt oder siezt, richtest du nach deiner Website.

Datenschutz und Vertrag: die Anbieter im Detail

Was die Anbieter auf ihren Websites, in Hilfeseiten und Verträgen zu Datenverarbeitung, Training und Kündigung angeben (Stand 9. Oktober 2026):

AnbieterDaten und TrainingAufzeichnung und Vertrag
fonioSitz Wien, App-Daten in einem Rechenzentrum in Deutschland. Dienstleister laut Datenschutzerklärung u. a. ElevenLabs, Deepgram, OpenAI und Microsoft Irland. Kein Training, keine Verbesserung und keine Evaluierung von KI-Modellen mit personenbezogenen Daten, auch nicht durch Unterauftragnehmer (AVV, Fassung 06.08.2026)Audioaufnahmen werden nach 30 Tagen gelöscht, Transkripte nach 90 Tagen. Kündbar mit einem Monat Frist zum Monatsende. AVV unter fonio.ai/avv[27]
sipgate sonaSprachmodelle in eigenen Rechenzentren in Düsseldorf und Frankfurt. Unterauftragnehmer u. a. ElevenLabs (USA) für Spracherkennung und Stimmen, Microsoft Azure (Irland), Mistral (Frankreich). Kein Training mit Kundendaten, vertraglich zugesichertKeine Tonaufnahme, dafür Transkript und Zusammenfassung. Keine Mindestlaufzeit, monatlich kündbar. AVV öffentlich abrufbar[28]
IONOSVerarbeitung in europäischen Rechenzentren über einen nicht namentlich genannten technischen Dienstleister. Kein Training mit GesprächenKeine Aufzeichnung. Du bekommst eine Zusammenfassung, Transkripte werden danach gelöscht. Monatlich kündbar[29]
FamulorDatenbank in Frankfurt, KI-Region je Arbeitsbereich wählbar (EU, USA oder global). Training nur, wenn du ausdrücklich zustimmstAufzeichnung und Speicherdauer einstellbar. Prepaid ohne Bindung. AVV im Kundenkonto[30]
PlacetelKI-Infrastruktur nach eigenen Angaben in Europa. Zum Training keine Angabe auf der Website69 € nur bei 24 Monaten Laufzeit, sonst monatlich kündbar. 10 Tage Test mit 50 Freiminuten[31]

Bei sipgate, IONOS und fonio ist ein Training mit deinen Gesprächen ausgeschlossen. Bei sipgate und fonio steht das im AVV, bei IONOS in der Hilfe. sipgate und IONOS speichern keine Tonaufnahme. fonio zeichnet auf und löscht die Audiodatei nach 30 Tagen. Bei Famulor stellst du die EU-Region selbst ein, Training gibt es nur mit deiner Zustimmung. Bei Placetel findest du zum Training keine Angabe und fragst vor dem Abschluss nach.

Was nach dem Anruf passiert

Der Assistent nimmt das Anliegen auf, die Arbeit danach bleibt bei dir: Anfrage beantworten, Angebot schicken, Termin bestätigen. Kommt die Zusammenfassung per Mail, kann ein fester Ablauf sie genauso weiterverarbeiten wie eine Anfrage aus deinem Kontaktformular. Wie das aussieht, zeigt unser Blueprint zu Kundenanfragen. Für Terminwünsche, die nicht direkt im Telefonat gebucht wurden, hilft der Artikel Terminbuchung automatisieren. Beide Abläufe gibt es als fertige n8n-Vorlagen: den Anfrage-Autopilot und den Termin-Autopilot.

📍 Wo stehst du im KI-Fahrplan? Dieser Artikel deckt Etappe 3 — Anfragen & Termine im KI-Fahrplan ab.

Häufige Fragen zum KI-Telefonassistenten

Kann ich meine bestehende Telefonnummer behalten?

Ja. Der Assistent bekommt beim Anbieter eine eigene Nummer, und du leitest Anrufe von deinem Handy oder Festnetz dorthin um, zum Beispiel nur dann, wenn du nicht abhebst. Deine Kunden wählen weiter deine gewohnte Nummer.

Reicht die kostenlose Anrufprüfung im iPhone?

Nur gegen Werbeanrufe. Sie fragt unbekannte Anrufer nach Name und Anliegen und lässt sie dann zu dir durch. Wenn du nicht abhebst, landen sie auf der Mailbox. Ein KI-Telefonassistent nimmt das Anliegen dagegen selbst auf, beantwortet Fragen und bucht Termine.

Welcher KI-Telefonassistent ist der beste?

Für Einzelunternehmer gibt es keinen, der in allem vorn liegt. fonio hat die meisten Bewertungen und bucht Termine schon im kleinsten Tarif. sipgate sona ist bis 500 Minuten im Monat kostenlos. IONOS rechnet pro Anruf ab, Famulor nur nach Verbrauch.

Was kostet ein KI-Telefonassistent?

Zwischen 0 € (sipgate sona Free, 500 Minuten) und 119 € netto im Monat (fonio Solo bei monatlicher Zahlung). Bei 40 Anrufen à drei Minuten liegen Famulor bei rund 20 € netto und IONOS bei knapp 44 €.

Gibt es einen KI-Telefonassistenten kostenlos?

Ja. sipgate sona hat seit September 2026 einen dauerhaft kostenlosen Tarif mit 500 Minuten im Monat. IONOS lässt den ersten Monat gratis testen, fonio bietet eine kostenlose Demo.

Was ist der Unterschied zum Anrufbeantworter?

Der Anrufbeantworter nimmt auf, was der Anrufer sagt. Der KI-Telefonassistent führt ein Gespräch: Er fragt nach, beantwortet Fragen, bucht Termine und schickt dir eine geordnete Zusammenfassung.

Ist ein KI-Telefonassistent DSGVO-konform?

Das hängt vom Anbieter und von deiner Einrichtung ab. Achte auf Verarbeitung in Europa, einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, den KI-Hinweis in der Begrüßung und auf eine Einwilligung, falls aufgezeichnet wird.

Kann ich einen KI-Telefonassistenten selbst bauen?

Technisch ja, etwa mit n8n, einem Telefonie-Dienst und einer Sprach-KI. Für eine einzelne Person lohnt sich das selten: Die fertigen Anbieter kosten wenig, und eine gute Gesprächsführung ohne Pausen ist aufwendig.

Fazit: Diese Woche testen

Ein KI-Telefonassistent lohnt sich für dich, wenn regelmäßig Interessenten anrufen, während du im Termin sitzt. Er spart dir kaum Zeit, aber er sorgt dafür, dass niemand in der Mailbox verschwindet. Zum Ausprobieren musst du kein Geld ausgeben.

So startest du:

  1. Leg heute einen kostenlosen Assistenten an, bei sipgate sona Free oder in der fonio-Demo (Affiliate-Links). Schreib die Begrüßung mit KI-Hinweis nach dem Muster oben.
  2. Ruf selbst mit den fünf Testsätzen an.
  3. Richte auf deinem Handy die Rufumleitung „bei keiner Antwort“ ein und lass den Assistenten zwei Wochen mitlaufen.

Nach zwei Wochen siehst du in den Zusammenfassungen, wie viele Anrufe du sonst verpasst hättest. Dann weißt du, ob du dabei bleibst.

Quellen

📩 KI-Tipps, die dir wirklich Arbeit abnehmen

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