SEO-Agent mit Claude: So baust du dir deinen eigenen SEO- und GEO-Agenten

SEO-Agent mit Claude: So baust du dir deinen eigenen Agenten

SOLONAUT.AI · 11.10.2026 · Aktualisiert 21.10.2026

Was nützt dir eine gute Website, wenn sie niemand findet? Wer bei Google nach einem Angebot wie deinem sucht, klickt fast immer auf einen der ersten Treffer. Dafür gibt es SEO, kurz für Search Engine Optimization, auf Deutsch Suchmaschinenoptimierung: Du sorgst dafür, dass deine Seiten zu den passenden Suchbegriffen möglichst weit vorn stehen, am besten auf Seite 1. Seit viele Menschen ihre Fragen an ChatGPT, Perplexity oder die KI-Übersicht bei Google stellen, kommt GEO dazu (Generative Engine Optimization): Deine Website soll auch in den Antworten dieser KIs als Quelle auftauchen.

Das Mühsame daran: SEO ist keine einmalige Aufgabe. Du musst regelmäßig in deine Zahlen schauen, Schwachstellen finden, die richtige Seite überarbeiten und einen Monat später prüfen, ob es gewirkt hat. Die meisten Selbstständigen nehmen sich das vor und kommen nie dazu. Genau diese Arbeit kann ein SEO-Agent übernehmen.

Ein SEO-Agent ist eine KI, die einen festen SEO-Ablauf für deine Website selbst abarbeitet: Sie liest deine Zahlen aus der Google Search Console, prüft, ob Google und KI-Suchen deine Seiten erreichen, vergleicht dich mit Wettbewerbern, schreibt einen Maßnahmenplan in eine Datei und misst einen Monat später nach. Mit Claude kannst du dir so einen Agenten aus Bausteinen zusammenstellen, die es schon gibt. Die Entscheidungen triffst weiter du, das Nachschauen, Sortieren und Erinnern übernimmt der Agent.

Was ist ein SEO-Agent?

Ein SEO-Agent ist ein KI-Assistent mit drei Dingen, die ein normaler Chat nicht hat: einem festen Arbeitsablauf, Zugriff auf Werkzeuge und einem Gedächtnis in Dateien.

Den Unterschied merkst du sofort. Im Chat fragst du „Wie kann ich meine Website verbessern?“ und bekommst eine allgemeine Liste, die für jede Website der Welt stimmt. Ein Agent öffnet stattdessen deine Search Console, sieht, dass deine Seite zur Auftragsbestätigung auf Platz 9 steht und 200 Mal im Monat angezeigt wird, und schlägt genau diese Seite zur Überarbeitung vor. Nächsten Monat schaut er nach, ob sie nach oben gerutscht ist.

Wie GEO im Detail funktioniert und wie du deine Sichtbarkeit in KI-Antworten misst, steht in unserem Artikel GEO-Optimierung: KI-Sichtbarkeit selbst prüfen. Hier geht es um das Werkzeug, das diese Arbeit regelmäßig für dich erledigt.

Wann sich ein SEO-Agent lohnt und wann nicht

Deine LageLohnt sich ein Agent?Warum
Website mit 10 bis 100 Seiten, Search Console eingerichtet, keine AgenturJaGenug Daten, die jemand lesen muss, und niemand, der es regelmäßig tut
Website gerade erst online, kaum BesucherTeilweiseTechnik-Check und Suchbegriffe helfen sofort, die Monatsmessung erst nach 2 bis 3 Monaten
Du betreust Websites für KundenJaDerselbe Ablauf für jede Domain, jeder Kunde bekommt eine eigene Messreihe
Du hast eine SEO-Agentur, die monatlich berichtetEher neinNutze den Agenten höchstens, um die Berichte der Agentur gegenzuprüfen
Onlineshop mit Tausenden ProduktseitenNeinDafür sind spezialisierte Shop-Werkzeuge gebaut

Was ein SEO-Agent für dich erledigt

Die Aufgaben sind dieselben, die eine SEO-Agentur bei einem Erst-Audit abarbeitet. Der Unterschied: Der Agent macht sie jeden Monat wieder, ohne dass du daran denken musst.

  1. Technik-Check: Kommen Googlebot, Bingbot und die Crawler von ChatGPT, Claude und Perplexity auf deine Seiten? Stimmt, was dein Server wirklich ausliefert, mit dem überein, was dein SEO-Plugin anzeigt?
  2. Search Console lesen: Welche Seiten werden angezeigt, welche Suchanfragen landen auf Platz 8 bis 30 (dort lohnt sich Arbeit am meisten), welche Seiten tauchen in Googles KI-Übersichten auf?
  3. Ein Suchbegriff je Seite: Für jede wichtige Seite wählt der Agent einen Begriff, den Leute tatsächlich oft bei Google eingeben. Wie oft, zeigen Keyword-Tools als monatliches Suchvolumen. Dann schaut er in die echten Google-Treffer, ob dort wirklich das gesucht wird, was du anbietest. Bei uns hat dieser Blick einmal gezeigt, dass „fireflies deutsch“ nichts mit dem gleichnamigen Transkriptions-Tool zu tun hat, sondern mit Glühwürmchen.
  4. Inhalte prüfen: Beantworten die ersten Sätze die Frage, mit der jemand auf die Seite kommt? Gibt es Quellen, Zahlen mit Datum, einen Autor, ein Aktualisierungsdatum?
  5. KI-Live-Test: Fünf typische Kundenfragen an ChatGPT, Claude, Perplexity und Google stellen und festhalten, wer genannt wird.
  6. Wettbewerb: Was haben die Seiten, die vor dir stehen, was dir fehlt?
  7. Maßnahmenplan: Höchstens fünf Punkte, sortiert nach Wirkung. Mehr setzt niemand neben dem Tagesgeschäft um.

Wie ein SEO-Agent mit Claude aufgebaut ist

Claude bringt inzwischen alle Bausteine mit, die du für einen Agenten brauchst. Du musst nichts programmieren, solltest aber wissen, welcher Baustein was macht.

BausteinWas er im SEO-Agenten machtWo er läuft
Arbeitsordner mit CLAUDE.mdGedächtnis: Domain, Zielgruppe, Suchbegriffe, Wettbewerber, Messreihe. Jede Sitzung liest ihn zuerstCowork und Claude Code
SkillsDer feste Ablauf, etwa „Start-Audit in 9 Schritten“ oder „Monats-Check in 30 Minuten“, als Anleitung in einer DateiChat, Cowork, Claude Code
SubagentenSpezialisierte Prüfer mit eigenem Auftrag und eigener Werkzeugliste, zum Beispiel ein Technik-Prüfer, der nur lesen darfCowork (als Teil eines Plugins) und Claude Code
PluginPackt Skills und Subagenten in eine Datei, die du einmal hochlädstCowork und Claude Code
Claude in ChromeLiest die Search Console und Bing Webmaster Tools in deinem eingeloggten BrowserDesktop mit Google Chrome
Geplante AufgabeStartet den Monats-Check automatisch, zum Beispiel am 4. jedes MonatsCowork und Claude Code

Was Skills genau sind, erklärt unser Artikel Claude Skills erklärt. Wie du mit Cowork in einem Ordner auf deinem Rechner arbeitest, steht in Claude Cowork erklärt. Und wenn du Agenten generell verstehen willst, auch jenseits von SEO, fang mit KI-Agenten erstellen an.

Zwei Einschränkungen solltest du vorher kennen. Subagenten laufen laut Anthropic nur in Cowork und Claude Code, nicht im normalen Chat.[1] Und eine geplante Aufgabe, die auf einen Ordner auf deinem Rechner zugreift, läuft nur lokal, also wenn der Rechner an und die Claude-App geöffnet ist. Das gilt in Cowork wie in Claude Code. Aufgaben in der Cloud laufen auch bei ausgeschaltetem Rechner, kommen aber nicht an deine lokalen Dateien.[2] Für einen Monats-Check, der deine Messreihe fortschreibt, ist der lokale Weg der richtige.

SEO-Agent mit Claude: vier lesende Prüfer, eine Hauptsitzung schreibt in den Arbeitsordner, Website-Änderungen nur nach Freigabe

Sicherheitsregeln: Prüfer lesen, geändert wird erst nach deinem Ja

Ein SEO-Agent, der deine Website selbst ändert, klingt bequem. Am Anfang willst du das trotzdem nicht. Eine KI, die einen Seitentitel „verbessert“, kann dabei den Suchbegriff entfernen, über den seit Monaten deine Besucher kommen. Gut gebaute Agenten halten sich deshalb an vier Regeln:

  • Prüfer dürfen nur lesen. Die spezialisierten Prüfer bekommen keine Werkzeuge zum Schreiben. Bei Subagenten legst du das in einer Zeile fest, Claude hält sich technisch daran.[3]
  • Nur einer schreibt, und zwar in deinen Ordner. Berichte, Messreihe und Maßnahmen landen in Dateien auf deinem Rechner, nicht auf deiner Website.
  • Vorschlag statt Änderung. Will der Agent etwas an deiner Website ändern, zeigt er dir den bisherigen Text und seinen Vorschlag nebeneinander, zum Beispiel den alten und den neuen Seitentitel. Du entscheidest und fügst ihn selbst ein. So ändert sich nichts, was du nicht gesehen hast.
  • Fremde Skills vorher lesen. Anthropic warnt davor, Skills aus unbekannten Quellen ungelesen zu aktivieren, weil sie versteckte Anweisungen enthalten können.[4]

Soll der Agent Änderungen später selbst eintragen, braucht er einen Zugang zu deiner Website, bei WordPress zum Beispiel ein Anwendungspasswort. Das geht, aber gib ihm diesen Zugang erst, wenn du seinen Vorschlägen vertraust, und lass ihn dann nur eine Änderung nach der anderen ausführen.

Search Console anbinden: drei Wege und wohin deine Daten gehen

Ohne Zahlen aus der Search Console kann ein Agent nur prüfen, ob Titel und Überschriften ordentlich gesetzt sind. Welche Seiten Besucher bringen und wo sich Arbeit lohnt, sieht er erst mit diesen Daten. Für die Anbindung gibt es drei Wege, und sie unterscheiden sich vor allem darin, wer deine Daten sieht.

WegAufwandWohin deine Daten gehen
Claude in Chrome liest die Search Console in deinem eingeloggten BrowserKeiner, Erweiterung installierenNur zu Anthropic, wie bei jeder Claude-Nutzung
Lokaler Server (z. B. seo-audit von houtini-ai) mit Google-Cloud-DienstkontoRund 20 Minuten, Node.js nötigBleiben auf deinem Rechner, Abruf direkt bei Google
Gehosteter Connector (z. B. Composio)Gering, Anmeldung per Google-LoginÜber die Server des Anbieters, der deinen Zugangsschlüssel speichert

Claude in Chrome ist der einfachste Weg und der, den wir nutzen. Die Erweiterung gibt es in allen Bezahltarifen, sie läuft nur in Google Chrome.[5] In unserem Test hat Claude so die Leistungsdaten, den Bericht zu Googles KI-Funktionen und die Copilot-Zitate aus Bing Webmaster Tools gelesen, ohne dass wir etwas einrichten mussten.

Ein lokaler Server ist der Weg für alle, die große Datenmengen auswerten wollen. Über die Schnittstelle der Search Console bekommst du bis zu 25.000 Zeilen pro Abfrage und rund 16 Monate Verlauf.[6] Dafür brauchst du ein Projekt in der Google Cloud, ein Dienstkonto und dessen E-Mail-Adresse als Nutzer in deiner Search Console. Das Projekt seo-audit speichert die Daten in einer Datenbank auf deinem Rechner.[7]

Gehostete Connectoren sind schnell eingerichtet, aber ein zusätzlicher Datenweg. Composio zum Beispiel speichert laut eigenem Auftragsverarbeitungsvertrag (Stand 02.09.2026) die Zugangsschlüssel der verbundenen Konten verschlüsselt auf seinen Servern und stützt Übermittlungen auf die EU-Standardvertragsklauseln.[8] Das kann in Ordnung sein, dann aber mit abgeschlossenem Vertrag und einem Blick in die Liste der Unterauftragsverarbeiter. Für eine Website mit Kontaktformular und Kundendaten wäre das für mich ein Grund, beim Chrome-Weg zu bleiben. Welche KI-Dienste du mit welchem Vertrag nutzen darfst, steht in Welche KI-Tools darf ein deutsches Unternehmen einsetzen?

Fertige SEO-Agenten für Claude auf GitHub

Wer nicht bei null anfangen will, findet auf GitHub drei bekannte Projekte. Alle drei sind kostenlos, englisch und ohne Support. „Claude“ im Namen heißt übrigens nicht, dass Anthropic dahintersteht.

ProjektStärkePasst für
claude-seo (AgricIDaniel), über 18.000 Sterne, Version 2.4.0 vom 23.09.2026Sehr umfangreich: laut Beschreibung 26 Teil-Skills und 19 Subagenten, Google-Schnittstellen in Stufen (PageSpeed, Search Console, Analytics)[9]Agenturen und Berater, die mit Claude Code arbeiten und für Search-Console-Daten ein Google-Cloud-Konto einrichten
geo-seo-claude (zubair-trabzada), rund 11.000 SterneFokus auf KI-Sichtbarkeit, fünf parallele Prüfer, ein GEO-Wert von 0 bis 100[10]Agenturen, die Kunden einen Wert zeigen wollen. Braucht Python 3.10 oder neuer, unter Windows nur mit Git Bash
claude-seo-ai (Hainrixz), noch klein und jungPrüft und behebt Fehler auf Wunsch selbst, etwa in WordPress, Shopify oder Webflow. Jede Änderung einzeln bestätigt, mit Sicherung zum Zurücksetzen[11]Entwickler und Agenturen, die Korrekturen direkt eintragen lassen wollen

Die Liste der gemeldeten Probleme bei claude-seo zeigt, worauf du achten solltest: Seiten, deren Inhalt erst per JavaScript geladen wird, wurden fälschlich als „ohne Inhalt“ bewertet, und bei der Einrichtung brechen gelegentlich Abhängigkeiten.[12] Das ist bei Open-Source-Projekten normal, heißt aber: Prüfe die Befunde, bevor du danach handelst. Einen Wert von 0 bis 100 würde ich ohnehin nicht zum Ziel machen. Er fasst zusammen, misst aber keine Besucher.

Warum wir trotzdem etwas Eigenes gebaut haben

Die drei Projekte sind starke, kostenlose Werkzeugkästen. Wer gern selbst einrichtet und ausprobiert, ist mit ihnen gut bedient. Wir haben trotzdem ein eigenes Plugin gebaut, weil wir etwas anderes brauchten: einen fertigen Ablauf für eine einzelne Website, keinen Kasten voller Werkzeuge.

  • Für andere gedacht. In den Beschreibungen geht es um Agenturen mit mehreren Kundenseiten, SEO-Leiter und Berater: Kundenberichte, Angebote, Wettbewerbervergleiche. Wir wollten das Gegenteil: eine Website, ein Besitzer, eine kurze Liste.
  • Weniger Einrichtung. Die Projekte laufen über Claude Code. Für die Search-Console-Daten braucht claude-seo ein Google-Cloud-Konto mit Zugangsschlüssel. Unser Agent liest die Search Console in deinem eingeloggten Browser und läuft als Plugin in Cowork.
  • Ein Plan statt vieler Befunde. Mit 26 Teil-Skills und 19 Subagenten entscheidest du selbst, womit du anfängst. Bei uns endet das Audit in höchstens fünf Maßnahmen, die ein Kritiker gegengeprüft hat, und der Monats-Check legt danach genau eine neue fest.
  • Mit deutschen Seiten praxiserprobt. Wir haben die Prüfregeln an deutschen Websites ausprobiert. Bei claude-seo-ai laufen die sprachabhängigen Prüfungen laut Beschreibung nur für Englisch und Spanisch und werden bei anderen Sprachen übersprungen. Antworten bekommst du in jedem Projekt auf Deutsch.
  • Erfahrung aus dem Betrieb. Unsere Regeln kommen aus Fehlern an echten Seiten: erst ins echte Suchergebnis schauen, Seiten auf Platz 8 bis 30 zuerst anpacken, nie nur dem Punktwert eines Plugins trauen.

Wann du lieber ein kostenloses Projekt nimmst: wenn du gern bastelst, schon mit Claude Code arbeitest, Englisch kein Problem ist und du viele Kundenseiten betreust.

Wir haben claude-seo selbst ausprobiert

Wir haben claude-seo (Version 2.4.2, Stand 21.10.2026) auf unseren eigenen Seiten getestet. Vorher mussten wir Python auf eine neuere Version aktualisieren (Technikkenntnisse nötig).

Was gut ist: Die Bot-Prüfung (/seo agentic) zeigt schnell, ob KI-Crawler wie GPTBot oder ClaudeBot deine Seite überhaupt lesen dürfen. Bei uns war alles sichtbar.

Wo es nicht passt: Die lokale Prüfung (/seo local) ist für den US-Markt gebaut. Sie prüft Verzeichnisse wie Yelp und BBB, die es in Deutschland kaum gibt. Gelbe Seiten, Das Örtliche und 11880 fehlen, und Datenschutz und Impressum kommen nicht vor. Viele Gewichtungen und Richtwerte haben keine Quelle. Für den deutschen Markt ist das kaum brauchbar.

Unser Fazit: Nützlich für deutsche Anwender ist die Bot-Prüfung. Wenig Mehrwert bieten der Gesamtwert und die lokale Prüfung, dazu kommen Python, Claude Code und englische Auswertungen. Genau deshalb haben wir den SEO- & GEO-Agent gebaut: auf Deutsch, ohne Python, mit einem Plan aus höchstens fünf Maßnahmen und einem Check pro Monat.

Was wir beim Bau unseres SEO-Agenten gelernt haben

Die erste Fassung unseres eigenen SEO- und GEO-Werkzeugs ist im August 2026 entstanden, damals als geführter Prompt für den Chat. Seitdem haben wir es mit allem erweitert, was wir bei der laufenden SEO-Arbeit an solonaut.ai gelernt haben, und mit den neuen Möglichkeiten von Claude zu einem Agenten mit eigenen Prüfern, direktem Zugriff auf Search Console und Bing und einem automatischen Monats-Check umgebaut. Im Oktober haben wir ihn auf solonaut.ai und einer zweiten Website komplett durchlaufen lassen. Drei Erfahrungen daraus sind für jeden nützlich, der so etwas baut.

Ein Prüfer, der widerspricht, verbessert den Plan am meisten. Neben den Prüfern für Technik, Inhalte und Wettbewerb haben wir einen „Kritiker“ angelegt: einen Subagenten, dessen einzige Aufgabe es ist, den fertigen Maßnahmenplan auf Wunschdenken, Jagd nach Punktwerten und zu viele gleichzeitige Baustellen zu prüfen. Bei der zweiten Website kam er mit fünf Einwänden zurück, unter anderem fehlte eine Messgröße für das eigentliche Ziel (Buchungen, nicht Klicks). Der Plan schrumpfte auf vier Punkte. Bei solonaut.ai drehte er die Reihenfolge um: erst die Seiten, die Google gar nicht im Index hat, dann die Überarbeitung.

„Gespeichert“ heißt nicht gespeichert. In einem Durchlauf meldete der Agent „Messreihe eingetragen ✓“. Auf der Festplatte war die Datei leer, weil er sie aus der Vorlage neu angelegt statt ergänzt hatte. Seitdem steht in jedem Ablauf eine Regel, die du direkt übernehmen kannst:

Dateien sicher schreiben:
- Lege eine bestehende Datei nie aus der Vorlage neu an. Ergänze sie.
- Lies jede Datei nach dem Speichern erneut ein.
- Melde "erledigt" erst, wenn der neue Eintrag beim Nachlesen da ist.

Die KI kennt dich schon und verfälscht den Test. Beim KI-Live-Test kannte Claude solonaut.ai aus früheren Gesprächen im angemeldeten Konto. Die Antwort sagte damit mehr über unser Konto aus als über unsere Sichtbarkeit. Stell die Testfragen deshalb in ChatGPT im temporären Chat und in Claude im Inkognito-Chat, sonst misst du dein eigenes Gedächtnis statt deiner Sichtbarkeit.

Die Abläufe sind aus unserer eigenen Routine entstanden: Wir messen solonaut.ai seit dem Start im Juni jeden Monat. Die Impressionen in der Google-Suche haben sich von Juni bis September etwa verzehnfacht, und Microsoft Copilot zitiert unsere Seiten inzwischen regelmäßig. Gebracht haben das die Artikel. Die Messung zeigt uns, welche davon wirken, damit wir nicht monatelang am falschen Ende arbeiten.

Was kostet ein SEO-Agent mit Claude?

Für einen Agenten mit Cowork, Subagenten und Search Console über Chrome brauchst du mindestens Claude Pro. Das kostet 20 $ im Monat, bei Jahreszahlung 17 $ im Monat (Stand Oktober 2026).[13] Auf meiner deutschen Rechnung stehen 22 € im Monat inklusive Mehrwertsteuer. Claude Max beginnt bei 100 $ im Monat und lohnt sich erst, wenn du mehrere Websites betreust.

Die Werkzeuge kosten nichts: Search Console, Bing Webmaster Tools und die Gratis-Kontingente gängiger Keyword-Tools reichen für einen Monats-Check. Wer Suchergebnisse und KI-Nennungen automatisch abfragen will, kann DataForSEO dazunehmen, abgerechnet pro Abruf ohne Abo. (Affiliate-Link: Wenn du über den folgenden Link ein Konto eröffnest, erhalten wir eine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.) DataForSEO ansehen. Unser erster Testlauf mit vier Testreihen (Suchvolumen, Wettbewerber, Suchergebnisse, KI-Nennungen) hat rund 0,60 $ gekostet, eine spätere Wettbewerberanalyse rund 3 Cent.

Begrenzt wird das Ganze eher vom Nutzungslimit von Claude Pro. Ein Start-Audit mit vier Prüfern merkst du im Wochenkontingent, ein Monats-Check deutlich weniger.

Zum Vergleich: Bei SEO-Agenturen kostet ein einmaliges Audit ab etwa 1.500 €, eine laufende Betreuung für kleine Unternehmen ab etwa 500 € im Monat, üblich sind 1.000 bis 3.000 € (Marktübersicht, Stand September 2026).[14]

Einen SEO-Agenten selbst bauen: so gehst du vor

Die erste Fassung eines einfachen SEO-Agenten steht an einem Nachmittag:

  1. Ordner anlegen und in Cowork verbinden. Lass Claude eine CLAUDE.md mit Domain, Zielgruppe, drei Wettbewerbern und deinen wichtigsten Seiten schreiben.
  2. Einen Skill für den Monats-Check schreiben: Search Console öffnen, Werte des Vormonats in messreihe.md eintragen, eine Seite mit vielen Impressionen auf Platz 8 bis 30 auswählen, eine Maßnahme festlegen. Lass dir den Skill von Claude im Gespräch entwerfen.
  3. Einen Kritiker anlegen: einen Subagenten, der nur lesen darf und den Auftrag hat, deinen Maßnahmenplan kritisch zu prüfen. Fragen wie „Ist das wirklich die wichtigste Maßnahme?“ und „Woran merkst du, ob sie gewirkt hat?“ gehören in seine Anleitung.
  4. Dateiregel einbauen (siehe Kasten oben).
  5. Geplante Aufgabe anlegen für den 4. jedes Monats, wenn die Zahlen des Vormonats vollständig sind.

Bis der Agent zuverlässig läuft, dauert es allerdings länger. In unseren Testläufen kamen 32 Funde zusammen, vom falschen Befehlsnamen bis zur leeren Messreihe, die wir nacheinander behoben haben, bevor die Abläufe auf zwei Websites ohne Abbruch durchliefen.

Loslegen: von Hand oder auf der Überholspur

Weg 1: Dein erster Monats-Check von Hand, heute in zehn Minuten. Öffne deine Search Console, sortiere die Suchanfragen nach Impressionen und schau, welche auf Platz 8 bis 30 stehen. Nimm die erste davon und frag Claude, was auf der zugehörigen Seite fehlt. Schreib dir die Position auf und schau in einem Monat wieder nach.

Weg 2: Die Überholspur mit unserem fertigen Agenten. Wenn du nicht wochenlang basteln und nachbessern willst, nimm den Agenten, mit dem wir solonaut.ai selbst messen.

🚀 Als fertiger Agent: der SEO- & GEO-Agent Kein Herumprobieren, keine 32 Fehlerrunden: Der SEO- & GEO-Agent ist sofort einsatzbereit. In ihm steckt alles, was wir in Monaten SEO-Arbeit an solonaut.ai gelernt und auf zwei echten Websites getestet haben, zum Beispiel: erst ins echte Suchergebnis schauen, bevor ein Suchbegriff festgelegt wird, Seiten auf Platz 8 bis 30 zuerst anpacken, und nie dem Punktwert eines SEO-Plugins blind vertrauen, sondern prüfen, was wirklich ausgeliefert wird.

Das bekommst du:

✅ Start-Audit (60 bis 90 Minuten, jederzeit pausierbar): Technik für Google- und KI-Crawler, deine Zahlen aus Search Console und Bing inklusive der KI-Berichte, ein Suchbegriff je wichtiger Seite, Inhalte, KI-Live-Test mit fünf Kundenfragen, Wettbewerber

✅ Maßnahmenplan mit höchstens fünf Punkten, gegengeprüft von einem eigenen Kritiker

✅ Monats-Check in etwa 30 Minuten, auf Wunsch automatisch als geplante Aufgabe: Messreihe fortschreiben, Wirkung prüfen, nächste Maßnahme festlegen

✅ Nächste Maßnahme gemeinsam umsetzen, wann immer du Zeit hast, mit einem Befehl

✅ Seiten-Werkstatt für neue Seiten und Überarbeitungen, jede Änderung als Vorschlag zum Einfügen

✅ Ein Team aus Spezialisten: Ein Hauptagent führt dich, vier Prüfer (Technik, Inhalte, Wettbewerb, Kritiker) arbeiten jeweils in ihrem eigenen Bereich und melden nur ihre Ergebnisse zurück. Das spart Nutzungskontingent, und keiner der Prüfer kann an deiner Website etwas ändern

✅ Gedächtnis im Ordner: Messreihe, Maßnahmen und Berichte liegen als Dateien bei dir, nichts geht zwischen zwei Sitzungen verloren

✅ Deutsche Anleitung als PDF, Start in 10 Minuten, dazu eine Chat-Variante für ein einmaliges Audit auch ohne Claude Pro

Was das im Vergleich kostet: Eine Agentur nimmt für das Audit allein ab etwa 1.500 € und für die laufende Betreuung ab etwa 500 € im Monat. Den SEO- & GEO-Agenten bekommst du einmalig für 299 €, ohne Abo, mit Audit und monatlicher Nachkontrolle.

Voraussetzungen: Claude Pro oder höher, die Claude-App auf Mac oder Windows mit Cowork, Google Chrome mit der Erweiterung „Claude in Chrome“ und Zugang zur Search Console deiner Website. Der automatische Monats-Check läuft, wenn dein Rechner an und die App geöffnet ist. In Claude Code funktioniert das Plugin auch, dafür gibt es aber keinen Support.

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Häufige Fragen zum SEO-Agenten

Was ist ein SEO-Agent?

Ein SEO-Agent ist ein KI-Assistent, der einen festen SEO-Ablauf selbstständig abarbeitet: Er liest Daten aus der Search Console, prüft Technik und Inhalte deiner Website, vergleicht dich mit Wettbewerbern und schreibt einen Maßnahmenplan. Anders als ein Chat merkt er sich die Ergebnisse in Dateien und misst später nach, ob eine Maßnahme gewirkt hat.

Was kann Claude bei SEO?

Claude kann Seiten technisch prüfen, Search-Console-Daten auswerten (über die Chrome-Erweiterung oder eine Schnittstelle), Suchbegriffe vorschlagen, Texte überarbeiten und Wettbewerber recherchieren. Mit Skills, Subagenten und geplanten Aufgaben wird daraus ein Agent, der diese Schritte jeden Monat nach demselben Ablauf wiederholt.

Kann ein SEO-Agent meine Website selbst ändern?

Technisch ja, wenn du ihm einen Zugang gibst. Sinnvoller ist, dass er dir jede Änderung als Vorschlag neben dem bisherigen Text zeigt und du entscheidest. Prüf-Agenten sollten grundsätzlich nur lesen dürfen.

Brauche ich Claude Code für einen SEO-Agenten?

Nein. Cowork in der Claude-App reicht für Skills, Subagenten (als Plugin) und geplante Aufgaben. Claude Code ist für Leute interessant, die Open-Source-Projekte wie claude-seo nutzen oder große Datenmengen über eine Schnittstelle auswerten wollen.

Ist ein SEO-Agent mit Claude DSGVO-konform?

Wenn du die Search Console über Claude in Chrome liest, gehen die Daten nur an Anthropic, so wie bei jeder anderen Claude-Nutzung. Gehostete Connectoren von Drittanbietern sind ein zusätzlicher Datenweg, für den du einen eigenen Auftragsverarbeitungsvertrag brauchst.

Ersetzt ein SEO-Agent eine Agentur?

Für die regelmäßige Messung und die nächste sinnvolle Maßnahme bei einer kleinen Website: ja, weitgehend. Für Linkaufbau, Pressearbeit oder große Relaunches brauchst du weiterhin Menschen, die Kontakte haben und Verantwortung übernehmen.


Quellen

  1. Anthropic Hilfe: Use plugins in Claude, abgerufen 10.10.2026
  2. Claude Code Doku: Run prompts on a schedule (Vergleich Cloud, Desktop, /loop), abgerufen 10.10.2026; Anthropic Hilfe: Schedule recurring tasks in Cowork, abgerufen 09.10.2026
  3. Claude Code Doku: Subagents, abgerufen 09.10.2026
  4. Anthropic Hilfe: Using Skills in Claude, abgerufen 09.10.2026
  5. Anthropic Hilfe: Claude in Chrome, Stand 26.08.2026
  6. Enrich Labs: Google Search Console MCP 2026, Oktober 2026
  7. GitHub: houtini-ai/better-search-console (archiviert, Verweis auf seo-audit), abgerufen 09.10.2026
  8. Composio: Data Processing Addendum, Stand 02.09.2026
  9. GitHub: AgricIDaniel/claude-seo, Stand 04.10.2026
  10. GitHub: zubair-trabzada/geo-seo-claude, Stand 09.10.2026
  11. GitHub: Hainrixz/claude-seo-ai, README, abgerufen 10.10.2026
  12. GitHub: claude-seo Issues (u. a. #11, #180), abgerufen 09.10.2026
  13. Anthropic: Claude Preise, abgerufen 10.10.2026
  14. business-on.de: SEO-Agenturen: Kosten und Preise, Stand 09/2026

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